SIAA – Studierendenkonferenz 2017 in Mainz

Die von Studierenden der Ägyptologie initiierte Konferenz für „innovative und aktive Altertumswissenschaften“ in Mainz (SIAA) soll 2017 unter dem Thema

Kulturgüterschutz

Bewusstsein für unser gemeinsames Erbe

Studierende und junge Wissenschaftler aus allen Zweigen der Altertumswissenschaften sowie der Rechtswissenschaften zusammenbringen. Nicht erst seit der Zerstörung von Palmyra, die weltweit mit großer Besorgnis wahrgenommen wurde, werden Stimmen laut, die darauf drängen, dass ein tieferes Bewusstsein für den Kulturgüterschutz in der Bevölkerung genauso wichtig ist, wie ein effektives, nationenübergreifendes Netzwerk zur Bekämpfung von Kriminalität im Zusammenhang mit Antiquitäten. Die Konferenz soll deshalb dazu dienen, den gemeinsamen Erfahrungsaustausch unter Studierenden und jungen Wissenschaftlern anzuregen und im Idealfall den Raum dafür bieten, um neue, innovative Denkansätze zum Schutz von Kulturgütern zu entwickeln.

Reichen Sie jetzt Ihre Vortragsthemen oder Posterpräsentationen ein. Die Frist zur Einreichung endet am 15.02.2017. Vielen Dank!

SIAA – Schwerpunktthemen

SIAA 2017 – die „Studierendenkonferenz für Innovative und Aktive Altertumswissenschaften“ soll 2017 in Mainz stattfinden. Studierende und junge Wissenschaftler sind aufgerufen, ihre Beiträge bis zum 15.02.2017 einzureichen. Dabei kann in einem öffentlichen Rahmen über aktuelle Fragestellungen zu folgenden Schwerpunktthemen Stellung bezogen werden:

  1. Illegaler Antikenhandel

Das höchst brisante Thema des Umgangs mit so genannten „Blutantiquitäten“ wird einen Kernbereich der Konferenz bilden. Es gilt, das Bewusstsein für die Tatsache zu schärfen, dass der Verlust des archäologischen Fundkontextes aufgrund von Raubgrabungen oder durch gefälschte Herkunftsdokumente den wissenschaftlichen Wert eines Objektes unwiderruflich zerstört und dies auch durch seinen möglicherweise wirtschaftlichen Wert nicht aufgewogen werden kann. Mögliche Vorträge könnten beispielsweise auf die Problematik des Ankaufs von archäologischen Objekten zweifelhafter Herkunft durch Museen sowie der Kriegsfinanzierung durch illegalen Antikenhandel eingehen.

Call for Papers

Reichen Sie jetzt Ihre Vorträge zur Konferenz ein.
Nähere Informationen zum Ablauf erhalten Sie hier.

  1. Innovative Ansätze in der Lehre

Studierende von heute sind die Entscheidungsträger von morgen, die nach ihrer akademischen Ausbildung in der Praxis mit einer Vielzahl von Problemen und Fragestellungen konfrontiert werden, die eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Lösung erfordern. Das Bemühen um eine praktische Konkordanz, d. h. Entscheidungen, die verschiedenste Interessenlagen berücksichtigen, also „gerecht“ im engeren Sinne sind, setzt jedoch das Bewusstsein für den wissenschaftlichen, historischen aber auch wirtschaftlichen Stellenwert des einzelnen archäologischen Objektes voraus. Wie können Studierende der Altertumswissenschaften bereits in einem frühen Stadium ihrer Ausbildung für diese Problematiken sensibilisiert werden? Wie sinnvoll sind schriftliche Selbstverpflichtungen bei Abschlussarbeiten? Welche Rolle spielt der Erwerb von Rechtskenntnissen im Studium? Eine übergreifende Diskussion beispielsweise auch mit Rechtswissenschaftlern kann eine Basis schaffen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Möglicherweise ergeben sich hieraus auch neue berufliche Perspektiven für Studierende beider Disziplinen. Die Konferenz in Mainz könnte dafür eine Plattform zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch bieten.

Gern können Sie auch eine Posterpräsentation zur Konferenz einreichen. Nähere Informationen zum Ablauf erhalten Sie hier.

  1. Innovative technologische Ansätze

Sind der 3D-Druck oder andere Arten von Replikat-Herstellung geeignete Mittel zur dauerhaften „Konservierung von Wissen“? Wie kann das historische Erbe der Menschheit effektiv für die nachfolgenden Generationen bewahrt werden, ohne dass dabei Original-Objekte strapaziert werden?

  1. Innovative konzeptuelle Ansätze

Neue Strategien und Konzepte für Museen können hier ebenso diskutiert werden, wie die Frage: Original oder Replik? Welche Verantwortung tragen Museen für die Erhaltung von Kulturgütern? Wie kann der Bestand von Kulturgütern weltweit auch vor Ort an den archäologischen Fundstätten gesichert werden? Stichworte sind dabei beispielsweise die Zugänglichkeit von Museen, Bildungskonzepte in Schulen, die Einbeziehung und Verantwortung der Medien und weitere?

  1. Interdisziplinäres und internationales Netzwerk

Der effektive Schutz von Kulturgütern weltweit ist auch abhängig von einem stabilen und stetig wachsenden Netzwerk von internationalen Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen. Dabei gilt es, die verschiedenen Belange der Institutionen angemessen einzubeziehen. Dazu können auch wirtschaftliche Interessen gehören, die aber dem Kulturgüterschutz nicht zuwiderlaufen dürfen. Hierfür ist die enge Kooperation von Altertumswissenschaftlern, Vertretern aus der Museums-Praxis, Juristen, Strafverfolgungs- und Verwaltungsbehörden sowie der Politik von essentieller Bedeutung. Die von Experten aus der Altertumswissenschaft geäußerte Kritik am aktuellen Kulturgüterschutzgesetz soll hier einer Prüfung unterzogen werden. Sind die Regelungen geeignet, den illegalen Handel zu unterbinden? Wie sinnvoll ist der legale Handel mit archäologischen Antiquitäten allgemein? Ist die stärkere Pönalisierung illegaler Aktivitäten das einzige Mittel zur Verhinderung derartiger Straftaten?