Wenn der „Mann im Mond“ die Kulturschätze dieser Erde bewacht…

Wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtet, schlugen kürzlich russische Wissenschaftler eine neue Möglichkeit vor, wie man nationales Kulturerbe effektiv vor der Zerstörung bewahren könne: indem man es auf dem Mond lagert. Die staatliche russische Universität für Nuklearwissenschaften MIFI hat zusammen mit der russischen Nationalen Akademie der Wissenschaften RAN einen Bericht herausgegeben, aus dem wie folgt zitiert wird:

„Der Mond ist der ideale ‚Safe‘ für kulturelle Schätze. […] Die Gesamtheit der Schätze der materiellen Kultur der Menschheit ist ständig der Zerstörung durch Feuer, Fluten und mechanische Einwirkung ausgesetzt. […] Und heutzutage sterben einzigartige Bibliotheken, architektonische Meisterwerke und ganze Museen aufgrund von Kriegen und Naturkatastrophen.“

Der Vorschlag, das Weltkulturerbe auf dem Mond auszulagern, soll nächste Woche auf dem Moskauer Aerospace Forum der wissenschaftlichen Community vorgestellt werden. Der Tenor lautet: „Der Mond ist der beste Ort in Form eines gigantischen Museums und gleichzeitig ein Tresor.“

Dies scheint wirklich ein innovativer Ansatz zum Schutz von Kulturgütern, auch wenn er viele weitere Fragen aufwirft. Neben praktischen Erwägungen, wie man das Taj Mahal überhaupt zum Mond transportieren will, ist natürlich auch die Problematik gegeben, dass die Kulturgüter dann niemand mehr so einfach betrachten kann. Das „Mond-Museum“ kann dann eher als Dauer-Magazin fungieren, das nur ausgewählten Originalen Schutz bietet, die bereits vollständig wissenschaftlich erforscht sind und von denen es 3D-Repliken auf der Erde gibt. Alles andere wäre wenig praktikabel, denn wer von den Archäologen kann mal eben zum Mond fliegen für die Inspektion eines Objektes?

Dennoch werden derartige Möglichkeiten mit zunehmendem technologischen Fortschritt zukünftig nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen sein. Seit Jahren bereits forschen Wissenschaftler an der Erschließung des Weltraumes. Neben Mars-Missionen sind auch regelmäßige Trips zum Mond in Planung, die – den entsprechenden Geldbeutel vorausgesetzt – auch für Privatpersonen zur Verfügung stehen sollen. Dieser „Weltraumtourismus“ ist nur eine von vielen Ideen, die uns in den nächsten Jahren neue Optionen bieten werden.

Bis es soweit ist kann es jedoch hilfreich sein, mögliche Szenarien zumindest theoretisch zu erfassen und über die Nutzbarkeit für so wichtige Bereiche wie den Kulturgüterschutz nachzudenken. Gerne können wir diese Fragen auch auf der SIAA 2017 diskutieren.

 

Link zum Bericht auf Englisch

Link zur Original-Meldung auf Russisch

Photo by Luc Viatour / www.Lucnix.be

Ein guter Start in das Jahr der Konferenz

Das Jahr 2017 hat für das Organisationsteam der SIAA-Konferenz hervorragend angefangen!

Nur wenige Tage nachdem der Rauch der Silvesternacht abgezogen ist, erhielten wir von dem Gutenberg Lehrkolleg (GLK) die erfreuliche Nachricht über die Förderung der Studierendenkonferenz SIAA – Innovative und Aktive Altertumswissenschaften 2017: Kulturgüterschutz – Bewusstsein für unser gemeinsames Erbe. Die Mitteilung des GLK hat uns natürlich wahnsinnig gefreut und uns noch einmal in unserem Vorhaben bestärkt, eine interdisziplinäre Konferenz zum stets aktuellen Thema Kulturgüterschutz zu realisieren.

Vor wenigen Tagen fand eine Sitzung des Freundeskreises Ägyptologie statt. Gestern erhielten wir schließlich eine E-Mail von der langjährigen Ersten Vorsitzenden des Freundeskreises, Marianne Arnold: Auch der Freundeskreis Ägyptologie möchte unser Vorhaben unterstützen! Ihr könnt euch vorstellen, dass wir uns wieder über alle Maßen – oder wie meine Organisationskollegin es formulierte „wie ein Schnitzel“ – gefreut haben. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Mitgliedern des Freundeskreises für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen bedanken!

Ihr könnt euch also mit uns freuen: Der Konferenz steht nun nichts mehr im Weg! 🙂 Ich denke, ich spreche für das ganze Organisationsteam, indem ich behaupte, dass wir nun am liebsten unsere alltäglichen Aufgaben ignorieren und stattdessen nur noch an SIAA arbeiten würden…

Trotz der Einschränkungen durch unser Leben abseits von SIAA können wir nun endlich aktiv handeln. Bald sind Poster & Co. gedruckt, Informationen über die anstehende Konferenz postalisch und digital im ganzen Land versandt und das große Plakatieren kann beginnen. Haltet also bis dahin die Augen offen 🙂