Über unser kulturelles Erbe

Was sind Kulturgüter?
Als Kulturgüter werden menschliche Hinterlassenschaften bezeichnet, die geschichtlich, wissenschaftlich und auch künstlerisch von hohem Wert sind. So zählen beispielsweise archäologische Stätten und Bauwerke, wie die antike, römische Hafenstadt Ostia Antica, die chinesische Mauer, die Akropolis von Athen, die Felsenstadt Petra in Jordanien, die Pyramiden von Gizeh und viele weitere Bauten zu den bekanntesten Weltkulturerben.

Um als Kulturgut bezeichnet zu werden muss ein Objekt jedoch nicht unbedingt besonders groß sein. Es gelten alle archäologischen Hinterlassenschaften, ungeachtet deren Größe, Material und Lokalisation (über oder unter Wasser) sowie schriftliche Überlieferungen, als Kulturgüter. Die UNESCO zählt zudem auch jüngere Werke, wie die berühmte Freiheitstatue im Hafen von New York und den Kölner Dom, zu modernen Kulturgütern. Illegale Ein- und Ausfuhren von kulturellen Gütern sind ein permanentes Problem. So behandelt der deutsche Zoll zusätzlich noch Bücher, die mindestens 100 Jahre alt sind und einen Mindestwert von 50.000€ aufweisen sowie mindestens 200 Jahre alte Landkarten ab einem Wert von 15.000€ als Kulturgüter.

Kulturgüter gelten als Überlieferungen von Zivilisationen. Sie gewähren uns einen Blick in die Vergangenheit. Jedes Volk identifiziert sich mit seinen kulturellen Vorfahren und somit auch mit seinen Kulturgütern. Zusammen stehen alle kulturellen Hinterlassenschaften als Sinnbild der Menschheit – dessen Abstammung und Entwicklung. Daher sollte es für jeden ein Anliegen sein, das gesamte kulturelle Erbe der Menschheit für zukünftige Generationen zu bewahren.

 

Bedrohungen für Kulturgut

Leider stellen nicht nur Naturereignisse, wie Erdbeben, starker Wind oder Regenfälle potenzielle Gefahren für die Kulturgüter dar. Sie sind auf vielfältige Weise stark bedroht. So sorgen Raubgrabungen – egal aus welcher Motivation heraus sie geschehen – in archäologischen Stätten regelmäßig für Zerstörung und für kulturelle und wissenschaftliche Verluste. Auch der illegale Antikenhandel ist bis heute ein nicht zu unterschätzendes Problem. Kriege und fehlgeleitete Überzeugungen können zur kompletten Zerstörung kulturellen Erbes führen, so wie es zum Beispiel jüngst an den Städten Hatra; Nimrud und Palmyra veranschaulicht wurde.

 

Bewahrung des kulturellen Erbes

Die Juristin Fatou Bensouda sagte im Laufe eines Prozesses um die Zerstörung von Weltkulturerbe: „Dies ist die Zerstörung der Wurzeln eines gesamten Volkes“, und bezeichnete die Tat als „Attacken auf die Menschen“. Unter Berücksichtigung der Definition von Kulturgut ist diese Aussage treffend. Denn der Schutz unseres Erbes, geht uns alle etwas an. Es reicht nicht, sich auf das 2016 neu verabschiedete Kulturgutschutzgesetz, die Regierungen, das Militär oder auf Organisationen, wie UNESCO oder den International Council of Museums (ICOM), zu verlassen. Jeder Mensch kann einen Teil zum Schutz des kulturellen Guts beitragen. Archäologen aller Fachdisziplinen obliegt dabei eine besondere Verantwortung gegenüber den Kulturen, die sie studieren.

Hierbei gilt es, die Mitmenschen für die Wichtigkeit des Schutzes der Zeugnisse vergangener Kulturen zu sensibilisieren. Als Wissenschaftler ist es unabdingbar nicht nur unsere Fachkollegen anzusprechen, sondern einen besonderen Fokus auf die Aufklärung von Studierenden der jetzigen und zukünftigen Generationen zu legen. Neben dem Studieren einer Kultur muss auch der Kulturgüterschutz in das Studium integriert und intensiv besprochen werden. Wichtig ist es ferner, den sogenannten Tunnelblick möglichst zu vermeiden. Es sind nicht nur die Kulturgüter des eigenen Fachgebietes, die es zu schützen gilt. Im Gegenteil, alle archäologischen Disziplinen sitzen im selben Boot. Um wirklich etwas zu bewegen, ist es nötig über den Tellerrand zu schauen, Kollektive zu bilden und gemeinsam – also interdisziplinär – Wege zum Schutz und zur Bewahrung des kulturellen Erbes zu erarbeiten und zu verwirklichen. SIAA möchte hierfür jungen Studierenden und Promovierenden eine Möglichkeit geben, Ideen zu besprechen, um aktiv Teil des Kulturgüterschutzes zu werden.

 

In der nachfolgenden Linksammlung ist eine begrenzte Auswahl an Informationsseiten zu Kulturgütern und deren Schutz zusammengestellt:

Informationen der Bundesregierung über den Kulturschutz:

Das neue Gesetz zum Kulturgüterschutz:

Weitere Informationen zum Kulturschutz(-gesetz):

Das UNESCO-Übereinkommen zum Kulturgüterschutz:

Die Rote Liste der gefährdeten Kulturgüter:

Deutsche Zollbestimmungen:

 

Des Weiteren:

Ein juristisches Paradebeispiel zur Verteidigung von Weltkulturerbe:

Ein Weg zur Bewahrung von Kulturgut:

Was bedeutet unser Logo?

SIAA – das ist die Studierendenkonferenz für Innovative und Aktive Altertumswissenschaften in Mainz. Und das ist gleichzeitig der altägyptische Begriff für „Erkenntnis“ oder „Bewusstsein“. Die Hieroglyphe mit dem entsprechenden Lautwert „siA“ findet sich daher auch in unserem Logo wieder.


SIAA steht symbolisch für eine junge studentische Initiative, die aufmerksam machen will auf die aktuellen Herausforderungen im Bereich des Schutzes von nationalen und internationalen Kulturschätzen. Gleichzeitig soll sie den interdisziplinären Diskurs unter Studierenden und jungen Absolventen anregen. Innovative Ideen sind gefragt und jeder kann aktiv werden!

Jetzt Paper oder Poster einreichen! Wir freuen uns auf eure Bewerbungen.

Kunst, Kreativität & Bildung

Kunst, Kreativität & Bildung

Der „Kampf“ gegen eine Sache vollzieht sich oft in endlos scheinenden Konflikten, deren Perpetuierung durch den „Widerstand auf derselben Ebene“ häufig geradezu begünstigt wird. Vielleicht sind es aber gar die Künstler dieser Welt, die die Kunst ihrer Ahnen wieder lebendig machen und ihr kulturelles Erbe auf ganz einzigartige Weise bewahren können.

Dieser 17-jährige Teenager baut Lamassus und andere mesopotamische Denkmäler aus Lehm wieder auf und gibt gleichzeitig sein Wissen in Workshops für jüngere Schüler weiter. Auf diese Weise hat er bereits mehr als 17 Objekte rekonstruiert. Seine Fähigkeiten sind beeindruckend!

Innovationen wie diese mögen nur einen kleinen Teil zu einem verstärkten Bewusstsein für DKulturgüterschutz beitragen, aber es ist ein Anfang, der sich mitten im zerstörten Gebiet selbst entwickelt. Und es ist mutmachendes Beispiel für einen „Kampf“ gegen die mutwillige Zerstörung von kulturellem Erbe mit der Waffe des Künstlers – friedfertige Kreativität.